Ministerkarten

Artikel vom 16.06.2026 aus Deutschland 75-93.


Übersicht über die Ministerkarten aus dem Sammlungszeitraum und kurze Info zu den Minister selber.

Was sind Ministerkarten (auch Ministerausgaben bzw. Ministerbelegen genannt)?

Ministerkarten wurden (werden?) vom zuständigen Postminister, später vom Finanzministerium herausgegeben. Die ersten Ausgaben erschienen in kleinster Auflage in den 1950er Jahre als Präsente die vom Ministerium zum Erscheinen einer Briefmarke verteilit wurden.
Diese frühen Ausgaben wurden hochwertig produziert.

Spätestens in den 1970er Jahren gab es, wie in vielen anderen Fällen auch, einen durch Sammler getriebenen erhöhten Bedarf der zu diversen neuen, günstiger produzierten, Varianten führten, von denen heutzutage nur noch die "kleine Klappkarte" übrig geblieben ist.

Für den Zeitraum 1975 bis 1993 erschienen meines Wissens nur zwei Typen von Ministerkarten die im folgenden beschrieben werden.

Neben Ministerkarten gab es Ministermappen in rot, grün und weiß, welche bei der Präsentation einer Briefmarke / Ausgabe an hochrangige Gäste (z.b. OB, Minister, Präsidenten) verteilt wurden. Deren Auflagen waren nur im niedrigen einstelligen bzw. zweistelligen Bereich und entsprechend selten auf dem Markt.

Ministerkarte vom Typ IV

Die Ministerkarte Typ IV der Deutschen Bundespost ging nicht nur an hochgestellte deutsche Persönlichkeiten, sondern wurde auch in kleinen Mengen an die Postverwaltungen der CEPT (bis 1992) geschickt.

Die Serie begann 1969 und endete 1999. Die Auflagen lagen anfänglich bei ca. 250, später langsam zunehmend bis 1997. 1998 wurde Typ IV in ganz kleiner Stückzahl beendet.

Die Ministerkarte trägt außen das Grußwort des Postministers und dessen Faksimileunterschrift. Sie bekam die amtliche Bezeichnung Klappkarte, groß. Es handelt sich um eine Faltkarte im Querformat A5, die jährlich durchnummeriert wird und dokumentieren auch Ausgaben der Landespostdirektion Berlin. Sie enthält die Marken postfrisch unter Klemmtaschen und eingeklebt mit Ersttagsonderstempel (FDC).

Deckblatt.
Deckblatt der Bund MiNrm. 1591

Außenseiten.
Außenseiten

Innenseiten.
Innenseiten

Vorhandene Exemplare:
  • bisher noch keine aus der Sammlung online gestellt.

Ministerkarte vom Typ V

Die Ministerkarte Typ V der Deutschen Bundespost wurde als Präsent in erheblicher Auflage produziert und in vielfältiger Form auf Veranstaltungen, o.ä. durch das Ministerium, aber auch durch die Bundespost selber bzw. deren OPDs verteilt.

Die Ministerkarte trägt außen die Faksimileunterschrift des Postministers. Dazu gibt es noch die Informationen zum Ausgabeanlaß und ein Blankoabdruck des Ersttagsonderstempel. Sie bekam die amtliche Bezeichnung Klappkarte, klein. Es handelt sich um eine Faltkarte im Querformat A6. Sie enthält die Marken eingeklebt mit Ersttagsonderstempel (FDC).

Deckblatt.
Deckblatt der Bund MiNrm. 1591

Außenseiten.
Außenseiten

Innenseiten.
Innenseiten

Vorhandene Exemplare:

Bundespostminister Kurt Gscheidle (1974-1982)


Bildquelle: wikipedia.de

Kurt Gscheidle (* 16. Dezember 1924 in Stuttgart; † 22. Februar 2003 in Saarbrücken) war ein deutscher Politiker (SPD). Von 1974 bis 1982 war er Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, von 1974 bis 1980 gleichzeitig Bundesminister für Verkehr.

Am 16. Mai 1974 wurde Gscheidle als Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen in die von Bundeskanzler Helmut Schmidt geführte Bundesregierung berufen. Er erreichte nun in kurzer Zeit, dass die Bundespost wirtschaftlich arbeitete. Ähnliche Pläne für die hoch defizitäre Bundesbahn konnte er in der Öffentlichkeit nicht durchsetzen. Er privatisierte kleinere Teile von Bahn und Post und plante 1978 eine vollständige Privatisierung der Bahn mit Ausnahme des Schienennetzes.

1980 wurde die von Gscheidle betriebene Einführung eines Gebührenzeittakts für Telefongespräche innerhalb der Ortsnetze vollzogen. Gscheidle hatte sich mittlerweile den Ruf erworben, der erste fachlich qualifizierte Verkehrsminister der Bundesrepublik zu sein, schuf sich mit seinen Reformen und Reformvorhaben aber zunehmend innerparteiliche Gegner. Auch vertrat er die konsequente Umsetzung des Radikalenerlasses bei Post und Bahn.

Nach der Bundestagswahl 1980 wurde die Führung von Post- und Verkehrsministerium getrennt und Gscheidle gab das Verkehrsministerium ab. Beim Poststreik im November 1980 ordnete er den Einsatz von Beamten auf bestreikten Arbeitsplätzen an, was nach umfangreichen gerichtlichen Auseinandersetzungen schließlich 1993 vom Bundesverfassungsgericht für unzulässig erklärt wurde. Anlässlich einer Kabinettsumbildung schied Gscheidle am 28. April 1982 aus der Bundesregierung aus.

Bekannt wurde unter Philatelisten die so genannte Gscheidle-Marke. Der ehemalige Postminister Gscheidle hatte drei Bogen der nicht herausgegebenen Sondermarke zu den Olympischen Sommerspielen 1980 in Moskau in seinem privaten Besitz. Durch den so genannten Gscheidle-Irrtum seiner Frau, die diese amtlich nicht ausgegebenen Marken zur Frankierung privater Postsendungen benutzte, kamen 1982 und 1983 einige Exemplare in Umlauf.

Bundespostminister Hans Matthöfer (1982-1982)


Bildquelle: wikipedia.de

Hans Hermann Matthöfer (* 25. September 1925 in Bochum; † 14. November 2009 in Bad Soden am Taunus) war ein deutscher Politiker (SPD). Er war von 1974 bis 1978 Bundesminister für Forschung und Technologie, von 1978 bis 1982 Bundesminister der Finanzen und 1982 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen.

Im Frühjahr 1982 verzichtete Matthöfer auf sein Amt und wurde stattdessen bei einer Kabinettsumbildung am 28. April 1982 zum Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen ernannt. Offiziell zog er sich als Finanzminister aus gesundheitlichen Gründen zurück. Laut eigener späterer Aussage aber auch deswegen, weil er den damaligen Kurs der sozialliberalen Koalition als Finanzminister nicht mittragen wollte. Konkret wird die Ablehnung seines „Ölpapiers“ (s. Abschnitt Finanzpolitik), auch von Kanzler Schmidt, als mit ausschlaggebend betrachtet. Mit der Wahl von Helmut Kohl zum Bundeskanzler schied Matthöfer am 1. Oktober 1982 aus der Bundesregierung aus.

Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling (1982-1992)


Bildquelle: wikipedia.de


Faksimileunterschrift

Christian Schwarz-Schilling (* 19. November 1930 in Innsbruck; † 6. April 2026 in Büdingen) war ein deutscher Politiker (CDU) und Unternehmer. Er war von 1982 bis 1992 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen (seit 1989 Bundesminister für Post und Telekommunikation).

Am 4. Oktober 1982 wurde er als Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Ab dem 1. Juli 1989 hieß das von ihm geleitete Ministerium Bundesministerium für Post und Telekommunikation. Unter seiner Leitung wurde in Deutschland das Kabelfernsehen eingeführt, das Privatfernsehen zugelassen und der Mobilfunk nach dem Standard GSM eingeführt, sowie die Privatisierung der Deutschen Bundespost eingeleitet.

Während seiner Amtszeit war Schwarz-Schilling als "Kohls affärenreichster Minister" bekannt. Auslöser waren meist die Verwicklungen des Familien­unternehmens in seine politischen Entscheidungen.

Am 14. Dezember 1992 trat er von seinem Amt aus Protest gegen die Haltung der Bundesregierung im Bosnien-Krieg zurück. Das "Desinteresse seiner Generation" sei eine der "bedrückendsten Erfahrungen überhaupt", und eigentlich sei es das, was er bis heute nicht begreife.

Bundespostminister Wolfgang Bötsch (1993-1997)


Bildquelle: wikipedia.de

Wolfgang Bötsch (* 8. September 1938 in Bad Kreuznach; † 14. Oktober 2017 in Würzburg) war ein deutscher Politiker (CSU). Er war von 1993 bis 1997 letzter Bundesminister für Post und Telekommunikation.

Nach dem Rücktritt von Christian Schwarz-Schilling trat er am 21. Januar 1993 als Bundesminister für Post und Telekommunikation in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung ein. In seine Amtszeit fiel die Vorbereitung der Privatisierung der Deutschen Bundespost, die zur Auflösung des Postministeriums zum 31. Dezember 1997 führte. Bötsch schied damit aus der Bundesregierung aus. Ab dem 1. Januar 1998 wurden dann die verbliebenen Aufgaben des Postministeriums vom Bundesministerium der Finanzen, vom Bundesministerium für Wirtschaft sowie von der neu gegründeten Regulierungsbehörde übernommen.

Quellen

  • www.wikipedia.de
  • https://www.philaseiten.de/
  • https://www.forum.bdph.de
  • eBay.de




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Erstversion vom 16.06.2026. Letzte Aktualisierung am 16.06.2026.