100. Geburtstag von Matthias Erzberger (1875–1921) - Bund MiNrm. 865
Artikel vom 20.10.2026 aus 100. Geburtstag von Matthias Erzberger (1875–1921) - Bund MiNrm. 865.

Anlaß: 100. Geburtstag von Matthias Erzberger (1875–1921)
Typ: Sondermarke
Frankierwert: 50 Pfennig
Erschienen: 14.08.1975
Postverwaltung: Deutsche Bundespost
Auflage: 31.700.000
Entwurf: Fritz Busse
Motiv: Heinz Schillinger.
ETB: ?
Michelnummer: Bund 865
Die Ausgabe war ursprünglich unbeschränkt frankaturgültig. Dieses änderte sich mit der Einführung des Euro, womit diese Ausgabe am 30.06.2002 ihre Gültigkeit verlor und nur bis zum 30.06.2003 umgetauscht werden konnte.
Matthias Erzberger (1875–1921)
Matthias Erzberger (* 20. September 1875 in Buttenhausen, Königreich Württemberg; † 26. August 1921 bei Bad Griesbach im Schwarzwald, Republik Baden) war ein deutscher Publizist und Politiker (Zentrum) im Kaiserreich und in der Weimarer Republik.Erzberger wurde 1903 Abgeordneter für die Zentrumspartei im Reichstag und dort vor allem als Kritiker der Kolonialpolitik bekannt. Er beteiligte sich an der Aufdeckung mehrerer Kolonialskandale. Im Ersten Weltkrieg schloss er sich zunächst den Annexionisten an, die Gebiete anderer Länder erobern wollten. 1916/17 erkannte er jedoch als einer der Ersten im Reichstag und in der politischen Führung die Schwäche der militärischen Position Deutschlands. Um die drohende militärische Niederlage zu vermeiden, strebte er nun einen Verständigungsfrieden mit der Entente an und initiierte im Juli 1917 die Friedensresolution des Reichstags. Dabei entstand der Vorläufer der späteren Weimarer Koalition. Im Oktober 1918 wurde er Minister, im November 1918 unterzeichnete er als Bevollmächtigter der Reichsregierung das Waffenstillstandsabkommen von Compiègne, das die Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs faktisch beendete. Anschließend setzte er als Reichsminister der Finanzen von 1919 bis 1920 die nach ihm benannte Erzbergersche Reform durch, die als umfangreichstes Reformwerk der deutschen Steuer- und Finanzgeschichte gilt. Eine Hetzkampagne des deutschnationalen Politikers Karl Helfferich und der damit verbundene Prozess zwangen ihn 1920 zum Rücktritt. Kolporteure der Dolchstoßlegende bezeichneten Erzberger als einen der "Novemberverbrecher". Im Jahr 1921 wurde Erzberger von Attentätern der rechtsterroristischen Organisation Consul ermordet.
Als "Schrittmacher des Parlamentarismus in einem antiparlamentarischen Verfassungssystem" (Theodor Eschenburg) fand Erzberger postum, vor allem in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, eine große Würdigung. Nach Eschenburg war er "eine der wenigen Märtyrergestalten in der deutschen Geschichte vor der Hitlerdiktatur". Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zählte Erzberger an seinem 100. Todestag 2021 "zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Demokratiegeschichte und zu den großen Staatsmännern der jungen Weimarer Republik". Er habe "den Übergang vom Kaiserreich zur Republik, vom Krieg zum Frieden entscheidend geprägt".
Ersttagsonderstempel

Ersttagsonderstempel "53 Bonn 1"
Sonstiges Belege

Ersttagsbrief
Quellen
- www.wikipedia.de
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